Faulheit und Dummheit

  • Öh...ja, hallo. Nun, ich bin ein sehr fauler Mensch. Die Faulheit ist ein enger Begleiter meines Alltages. So dachte ich mir, ich schreibe mal eine Geschichte zu ihr und der doch damit zusammenhängenden Dummheit. Immerhin ist es ja so. Obwohl jeder mal faul ist, weiß man doch, dass es nichts Gutes ist. Faulheit kann sich oftmals nachteilig auf einen auswirken. Und dennoch bleibt man so faul und riskiert die aufkommenden Probleme, was ganz klar als dumm bezeichnet werden kann.

    Also, der Text ist schon recht alt. So würde ich ihn wohl nicht nochmal schreiben. Es wäre meiner Meinung nach aber irgendwie schade drum, ihn umzuschreiben.

    Nun denn, dann würde ich gerne diese kurze Geschichte zur personifizierten Faulheit und Dummheit von mir mit euch teilen. Vielleicht gefällt es ja jemandem. Also, viel Spaß...oder so.




    Ich bin nicht dumm, doch bin ich faul.

    Die Faulheit fügt mir ständig Schaden zu, doch unterlasse ich es, meine Hand gegen sie zu erheben.

    Sie ist eine Dame, meine Dame, und sie gilt es zu respektieren. All die Jahre schon sind wir ein Herz und eine Seele.

    Doch warum eigentlich? Warum sehe ich tatenlos dabei zu, wie sie mich immer und immer wieder betrügt? Sie macht mir die tiefsten Tiefen des schwarz tröpfelnden Abgrunds schmackhaft. Wie kann es sein, dass ich sie immer noch auf meiner Seite zähle?

    Das kann doch nur meine Dummheit sein.

    Aber warte mal, ich bin doch eigentlich nicht dumm. Ich bin faul, doch bin ich nicht dumm.

    Mit der Faulheit zu meiner Linken, geht aber die Dummheit zu meiner Rechten einher.

    Heißt das, ich bin faul und dumm? Doch wie kann das sein? Das war ich doch im Ursprünglichen gar nicht. Was hat sich geändert? Wann hat es sich geändert? Hat sich überhaupt was geändert?

    Die Gleichung geht nicht auf. Ich verzweifle. Ich gehe durch die mir ständig zugefügten Schmerzen wie eine ausgetrocknete Zimmerpflanze ein, doch schreie ich nicht nach Wasser. An diesen schmerzvollen Tagen verlässt mich die Faulheit und die Dummheit kümmert sich so gut sie kann um mich.

    Eines Abends steht dann plötzlich wieder die Faulheit vor mir.

    Mit ihren trägenden, doch zierlichen Händen hält sie mir eine noch trägendere Pistole an den Kopf.

    Die Dummheit, der ich auf Wunsch der Faulheit Geleit gebe, verkriecht sich zitternd hinter mir.

    Und ich? - Ich schaue seelenlos in den Lauf, denn ich bin so wie immer, müde. Müde und schwach.

    Das Ende scheint wohl gekommen zu sein. Es ist ein schönes Ende. Die Einbahnstraße meines Schicksals steht endlich an ihrer wohlverdienten Sackgasse.

    Jetzt kann ich endlich stehen bleiben und sagen, ich hätte es ja versucht.

    Die Gestalt meiner lieblichen Faulheit entzieht mir auch in meinen letzten Augenblicken die Kraft. Von dieser Kraft Gebrauch zu machen, ist nie nötig gewesen, wenn meine Liebste da war. Meine Kraft gehört ihr. Ihr ganz allein.

    Auch in den letzten meiner Momente, ist sie hier bei mir.

    Der letzte Atemzug beginnt. Die Dummheit umarmt mich plötzlich von hinten so fest wie sie nur kann.

    Ich schaue nach unten zu ihren um meinen Bauch geklammerten Händen. Sie drückt wahrlich so fest sie kann, doch fühle ich sie irgendwie nicht. Mein Körper klappt zusammen.

    Mit meiner Kraft stürzt mich meine liebste Faulheit in die Tiefen dieses in schönstem Schwarz leuchtenden Abgrunds und will, dass ich unten auf sie warte.

    Ich sehe nur noch die mich hineinsaugende Schwärze des Abgrundes in all seiner Pracht. Meine Sinne sind von dannen.

    Ein letztes Mal höre ich eine Stimme erklingen, eine Stimme in meinem rechten Ohr, Dummheits Stimme.

    "War es das wert?"